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Home - Interviews - Die fetten Jahre sind vorbei


Interview zu "Die fetten Jahre sind vorbei"

Was hat dich dazu gebracht, die Rolle anzunehmen? Gab es da eine Initialzündung?

Julia Jentsch: Ich war erst einmal fasziniert als ich gehört habe, dass Hans Weingartner ein Drehbuch geschrieben hat. Ich habe damals "Das weiße Rauschen" gesehen und fand den Film toll. Also dachte ich mir, das ist ein Regisseur, den würdest du auf jeden Fall gerne kennen lernen. Und dann bekam ich das Drehbuch zu geschickt, das heißt zunächst war es nur ein Treatment. Es war noch vieles offen. Dann habe ich mich mit Hans darüber geredet, wie er sich dieses und jenes vorstellt. Er hatte schon ziemlich klare Vorstellungen von den Figuren, was ihm wichtig ist. Und dann fand ich das Thema spannend – junge Erwachsene, die politisch aktiv werden, Antiglobalisierung und so weiter.

Hans Weingartner meinte, dass seine Generation gerne rebelliert hätte, es aber nicht geschafft hätte. Kannst du das nachvollziehen?

Jentsch: In einer Phase, in der alles ziemlich gut lief, wo alles möglich war und jeder viele Auswahlmöglichkeiten und Freiheiten hatte, war es nicht so nahe liegend, als große Gruppe gegen eine bestimmte Sache vorzugehen. Aber trotzdem gibt es ja immer wieder genügend Gründe sich einzusetzen. Ich weiß es auch nicht woran es lag. Bequemlichkeit? Man könnte jeden Tag gegen 1000 Dinge rebellieren, aber ich selber mache es auch nicht. Deshalb hat es solchen Spaß gemacht, die Jule zu spielen.

Wie war das eigentlich bei dir und dem Theater. Du hast ja ziemlich früh angefangen. War dir schon immer klar, dass du Schauspielerin werden willst? Wie haben deine Eltern darauf reagiert?

Jentsch: Dass ich das beruflich machen wollte, war mir eigentlich zunächst gar nicht klar. Aber ich war schon lange vom Theater fasziniert, wollte unbedingt in die Schultheatergruppe. Dann ist die Neigung immer stärker geworden. Und ich sagte mir, du musst probieren, das zum Beruf zu machen. Als meine Eltern davon gehört haben, waren sie erst sehr skeptisch. Sie waren besorgt und meinten, ob ich nicht etwas anderes studieren wolle. Aber als sie gemerkt haben, dass ich Bewerbungen schreibe an die Schauspielschulen und Sachen lese und vorbereite, fingen sie schon an, mir zu helfen. Als es dann auch noch geklappt hat, haben sie sich herzlich gefreut und mich seitdem immer unterstützt. Jetzt sind sie ganz interessiert. Für sie ist das eine andere Welt und sehr spannend.

Beziehungen, Glück, Talent, was braucht man deiner Meinung nach für den Erfolg?

Jentsch: Glück braucht man schon, Beziehungen können natürlich auch immer helfen, aber ich hatte keine. Glück aber schon, bei der Schauspielprüfung. Später als ich fertig war und selbst Schauspielprüfungen angeguckt habe, konnte ich manchmal sagen, wer wen nimmt. Wenn ich die Dozenten kannte. Da freut man sich einerseits, wenn man die Menschen so einschätzen kann, andererseits ist es auch ein bisschen erschreckend. Denn genau da zeigt sich, das hängt wieder vom Glück hat, dass du zu den richtigen Leuten kommst.
 
 

 
© Julia-Jentsch.de 

 

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